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  Willkommen in Gühlen Glienicke und Ortsgemeinden

    Info

    Die Internetseite hat sich über die Jahre ständig erweitert. Wir sind aber auch auf ihre Hilfe angewiesen. Sollten sie noch Ergänzungen oder neue Informationen für die Erweiterung unserer Seite haben, würden wir uns dadrüber freuen. Es fehlt noch sehr viel über den Motorcross.

    (Quelle: Heft "Ruppiner Land" , "Historisches Ortslexikon für Brandenburg" )

     


     

    Historischer Rückblick auf fast 300 Jahre Boltenmühle

    Boltenmuehle1928_2

     Nach dem Dreißigjährigen Krieg belebte der Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. durch den Bau von Schneidemühlen in den großen märkischen Waldungen die Wirtschaft. Auch am Zufluß des Tornowsees war eine solche vorgesehen. Am 19. Januar 1718 wurden Mühlenmeister Hans Joachim Boldte das Land und die Rechte für 10 Reichsthaler Kaufgeld und jährlichem Grundzins überlassen. Die Mühle mußte er auf eigene Kosten errichten.

    1720 kam die Erlaubnis zur Anlegung einer Mahlmühle dazu, Zwangsmahlgäste wurden ihr jedoch nicht zugewiesen. Dies waren schlechte Voraussetzungen, denn fast alle Bauern in der Umgebung waren als Zwangsmahlgäste bei anderen Mühlen verpflichtet. Aber 1723 ging die Mahlmühle in Kagar ein, und Boldte erhielt die Mahlgäste zugeteilt.

    Trotz dieser Erweiterung erwies sich Boldtes Wirtschaft als unrentabel, 1731 mußte die Mühle versteigert werden. Den Zuschlag erhielt diesmal der Mühlenmeister Joachim Christoph Fleischmann aus Neustadt (Dosse). Aber auch er mußte im Oktober 1735 an den Wehrmeister Johann Klöckner verkaufen. 1782 übernahm dessen Sohn Kristian Friedrich die Mühle. Klöckners wirtschafteten erfolgreicher und machten 1791 beim Verkauf der Boltenmühle erheblichem Gewinn. In kurzen Zeitabständen wechselten nun die Besitzer. Am 9. Oktober 1823 erwarb der Mühlenmeister Wilhelm Christian Ramm die Mühle am Weilickenberg.

    Mit der Reformgesetzgebung von Stein und Hardenberg zur Überwindung der französischen Besatzung war nun der Mahlzwang aufgehoben worden. Die idyllische Lage wurde der Boltenmühle nun zum Verhängnis, da der weite Weg Mahlgäste abschreckte.

    Eine Entschädigung für diesen Verdienstausfall wurde vom Staat erst 1830 gezahlt, die Ramm sich mit zwei Vorbesitzern teilen mußte. Dabei hatte Ramm die Mühle in einem sehr heruntergekommenen Zustand übernommen. Von Rottstiel aus, dem Erbpachtsitz seiner Frau, leitete er die Arbeiten an der Mühle. Das Boltenmühler Wohnhaus erhielt sein Gesicht. Erst 1830 zog die Familie nach Boltenmühle. Als Wilhelm Ramm 1865 im Alter von 80 Jahren verstarb, übernahm sein Sohn Hermann die Mühle und bewirtschaftete sie 10 Jahre lang.

    Hatte sein Vater um die Entschädigung für die Aufhebung des Mahlzwanges gerungen, kämpfte der Sohn nun um das Recht, weiter günstig Holz einzuschlagen. Obwohl Ramm zahlreiche Verfahren anstrengte, erlosch die Holzberechtigung. Wilhelm Ramms Enkel, der letzte seines Geschlechts, ebenfalls mit Namen Hermann, mußte schließlich die Ablösung der Hütungsrechte hinnehmen.

    1875 - Sohn Hermann Ramm bewirtschaftete die Mühle bis zu seinem Tode 1875

    1932 - Für den Enkel Wilhelms Ramm, Hermann Ramm, bedeutete die Zeit des Weltkrieges und der darauffolgenden Inflation ein schweres Dasein.
    Aus Binenwalde verlangte man dann, die Senkung der Stauhöhe des Binenbachs, was einer Stilllegung der Mühle gleichgekommen wäre. Die folgende Prozeßwelle brachte dann die Einstellung des Mühlenbetriebes. Ramm lebte dann vom bäuerlichen Betrieb, bis er 1932 verstarb.

    Die Mühle kaufte Bäckermeister Alfred Schulze aus Rägelin, der hier ein beliebtes Ziel für Ausflügler und Erholungssuchende eröffnete. Durch Umbauten wie Zimmer Veranden , fanden nun auch Wanderer einen behaglichen Ruheplatz.

    1934 - wurde in etwa das 17 ha große Plateau oberhalb der Boltenmühle als archälogischer Fundplatz ausgesprochen.

    1945 - Nach dem zweiten Weltkrieg 1945 war der Gaststättenbetrieb bis 1950 eingestellt.

    1951 - bewirtschaftete die Familie Römer die Boltenmühle

    1959 - zog die Familie Römer nach Westdeutschland

    1960 - wurden bei Ausgrabungen unter der Leitung F. Horst jungbronzezeitliche Funde gemacht. Keramikscheiben, Tierknochen und Befestigungen sind Hinweise auf eine Besiedlung der Bronzezeit

    Von 1961 bis 1992 führte die Konsumgenossenschaft des Kreises Neuruppin die Boltenmühle.

    Im Juni 1992 wurde das historische Gebäude durch Brandstiftung vernichtet.

    1994 - am 15.9.1994 erwarb Dr. Kaatzsch die Boltenmühle

    1995 - im August 1995 begann der Wiederaufbau der abgebrannten Boltenmühle nach historischen Vorbild nebst Umfeld

    1996 - Pfingsten wurde die beliebte Ausflugsgaststätte feierlich wiedereröffnet und zieht seid dem jährlich unzählige Besucher in die Ruppiner Schweiz

    2009 - das Wellnes Gebäude wurde erbaut als Erweiterung des Erholungsangebotes für die Gäste der Boltenmühle

    2011 - wurde ein großzügiger Wintergarten angebaut

     

    (Quelle: Heft "Ruppiner Land" , "Historisches Ortslexikon für Brandenburg" )

     


     

    Tabellenform

    1. Art und Verfassung der Siedlung

    2. Gemarkungsgröße

    3. Siedlungsform

    4. Erste schriftliche Erwähnung

    5. Gerichtszugehörigkeit

    6. Herrschaftszugehörigkeit

    7. Wirtschafts und Sozialstruktur

    8. Kirchliche Verfassung

    9. Bevölkerungsziffern

     

    Art und Verfassung der Siedlung

    Kolonie, Gemeindebezirk

    vor 1895 Gemeindebezirk Steinberge
    1895 Mühle, fiskalischer Gutsbezirk Neuglienicke
    1929 Ortsteil von Gühlen Glienicke

     

    Gemarkungsgröße

     

    1860 166 Morgen ( 4 Morgen Gehöfte, 2 Morgen Gartenland, 127 Morgen Acker, 33 Morgen Wiese) mit Boltenmühle und Kunsterspring
    1900 6793 ha

     

    Siedlungsform

    Etablissement n Tornowsee ( MBI Zühlen 2942, 1879)

     

    Erste schriftliche Erwähnung

    1725 am Weilckenberg
    1764 Weilickenbergsche oder Bolten Mühle

     

    Gerichtszugehörigkeit

    Bis 1849 Land - und Stadtgericht Alt Ruppin
    1849 - 1878 Kreisgericht Neuruppin
    1879 - 1952 Amtsgericht Neuruppin

     

    Herrschaftszugehörigkeit

    Amt Alt Ruppin

     

    Wirtschafts und Sozialstruktur

     1720  Aufbau einer Mahl - und Schneidmühle an den Weilckenbergen durch Kaufmann Bolte aus Rathenow.
     1759 Erbwassermühle mit 47 Morgen 140 Quadratmetern Heuerland
     1800 Wassermahl - und - Schneidemühle; 2 Feuerstellen.
     1860  1 Wohn - , 4 Wirtschaftsgebäude ( Wassergetreide - und - sägemühle).

     

    Kirchliche Verfassung

    Eingekircht in Zühlen

     

    Bevölkerungsziffern

     

    1766 14 Einwohner
    1785 24 Einwohner
    1800 11 Einwohner
    1817 19 Einwohner
    1840 11 Einwohner
    1858 9 Einwohner
    1895 105 Einwohner mit Gemeinde Neuglienicke
    1925 16 Einwohner

     

    Ortsvorsteher

    Der Ortsvorsteher von Gühlen Glienicke ist

    Michael Peter aus Gühlen Glienicke, Email: guehlen-glienicke@neuruppin-stadt.de

    Ortsbeiratsmitglieder: Sven Altmann

    Adresse

    Sven Altmann
    16818 Gühlen Glienicke, Dorfstr. 25

    +49 33929/50977
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